Mit dem am 04.10.2016 ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs – Akten­zei­chen XI ZR 564/​15 – ist end­lich Klar­heit geschaf­fen wor­den! Über vie­le Jah­re haben Gerich­te die Wider­rufs­be­leh­rung von Spar­kas­sen ein­mal für zuläs­sig, zum ande­ren aber für geset­zes­wid­rig erklärt. Einer der Streit­punk­te war die Fra­ge, ob die in der Wider­rufs­be­leh­rung auf­tau­chen­den Fuß­no­ten, die u. a. die For­mu­lie­rung ent­hiel­ten “Bit­te Frist im Ein­zel­fall prü­fen“, den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen an eine deut­li­che, ver­ständ­li­che und kla­re Wider­rufs­be­leh­rung gerecht wür­den oder nicht. Dazu der BGH:

Zwar gibt sie [die Beleh­rung] die Wider­rufs­frist gem. § 355 Abs. 2 Satz 1, Abs. 1 Satz 2 BGB a.F. grund­sätz­lich rich­tig mit „zwei Wochen“ an. Durch den Zusatz einer Fuß­no­te mit dem Fuß­no­ten­text „Bit­te Frist im Ein­zel­fall prü­fen“ ver­mit­tel­te die Beleh­rung indes­sen hier den Ein­druck, die Län­ge der Frist kön­nen je nach den nicht mit­ge­teil­ten Umstän­den des Ein­zel­falls vari­ie­ren und es sei Auf­ga­be des Ver­brau­chers, die in sei­nem Fall gel­ten­de Frist selbst fest­zu­stel­len“.

Da die Beleh­rung mit der Mus­ter­be­leh­rung der BGB-Info­Ver­ord­nung nicht über­ein­stimmt, kön­nen sich die Spar­kas­sen auch nicht auf die soge­nann­te Gesetz­lich­keits­fik­ti­on der Mus­ter­be­leh­rung stüt­zen. Angrif­fe des Ver­brau­chers gehen ins Lee­re, wür­de die Bank das Mus­ter der BGB-Info­Ver­ord­nung nach Gestal­tung und Inhalt voll­stän­dig über­neh­men. Das haben die Spar­kas­sen aber nicht getan.