VERBRAUCHER IMMOBILIENDARLEHEN

MERKMALE

Bei Ver­brau­cher­im­mo­bi­li­en­dar­le­hen (pri­va­te Mit­tel­ver­wen­dung) wird mit Abschluss des Dar­le­hens­ver­tra­ges über eine vor­ge­ge­be­ne Lauf­zeit (soge­nann­te Zins­bin­dungs­frist) ein fes­ter Zins­satz ver­ein­bart. Die Zins­bin­dungs­frist beträgt häu­fig 5, 10 oder auch 15 Jah­re. Inner­halb der Zins­bin­dungs­frist kann der Dar­le­hens­ver­trag (sofern nicht Son­der­til­gungs­rech­te ein­ge­räumt wur­den oder eine län­ge­re Lauf­zeit als 10 Jah­re ver­ein­bart wur­de) i. d. R. nur im Aus­gleich zur Zah­lung einer Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung an die Bank vor­zei­tig been­det wer­den.

Die im Dar­le­hens­ver­trag ver­ein­bar­ten Til­gungs­leis­tun­gen kön­nen ent­we­der lau­fend erfol­gen oder aber am Ende der Lauf­zeit des Dar­le­hens fäl­lig wer­den.

ANGRIFFSPUNKTE

Ansprü­che aus Ver­brau­cher­im­mo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen kön­nen immer dann gel­tend gemacht wer­den, wenn min­des­tens eine der nach­ste­hen­den Anfor­de­run­gen nicht erfüllt wur­de:

  • Geset­zes­wid­ri­ge Wider­rufs­be­leh­rung
  • Ver­stoß gegen ver­brau­cher­recht­li­che Bestim­mun­gen, z. B.
    • fehlende/​fehlerhafte Pflicht­an­ga­ben
    • Nicht­er­fül­lung des Schrift­form­er­for­der­nis­ses
    • Zu Unrecht berech­ne­te Bear­bei­tungs­ge­büh­ren

VORTEILE

Liegt min­des­tens einer der vor­ste­hend genann­ten Feh­ler vor, so kön­nen für den Dar­le­hens­neh­mer dar­aus fol­gen­de Vor­tei­le resul­tie­ren:

  • Kei­ne Ver­pflich­tung zur Zah­lung einer Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung
  • Her­aus­ga­be des Nut­zungs­vor­teils, den das Kre­dit­in­sti­tut mit den Zah­lun­gen des Dar­le­hens­neh­mers erzielt hat
  • Rück­zah­lung ggf. gezahl­ter Bear­bei­tungs­ge­büh­ren und Dis­agi­en
  • Kos­ten­re­du­zie­rung durch güns­ti­ge Zins­kon­di­tio­nen bei Umschul­dung

Auf­grund der Umset­zung der Wohn­im­mo­bi­li­en­kre­dit­richt­li­nie ist zum 21. Juni 2016 das soge­nann­te “ewi­ge Wider­rufs­recht” erlo­schen. Die­ses bezog sich auf Ver­brau­cher­im­mo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­ge, wel­che zwi­schen dem 1. August 2002 und dem 10. Juni 2010 abge­schlos­sen wur­den und eine feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­rung beinhal­te­ten. Nicht betrof­fen von die­ser Erlö­schungs­re­ge­lung sind jedoch Ver­brau­cher­im­mo­bi­li­en­dar­le­hen, die nach dem 10. Juni 2010 abge­schlos­sen wur­den. Die­se Dar­le­hen kön­nen auch heu­te noch — eine feh­len­de oder feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­rung vor­aus­ge­setzt — wider­ru­fen wer­den.

Das Wider­rufs­recht für nach dem 22. März 2016 abge­schlos­se­ne Dar­le­hens­ver­trä­ge wur­de im Rah­men der Umset­zung der Wohn­im­mo­bi­li­en­kre­dit­richt­li­nie auf 1 Jahr und 14 Tage beschränkt. Das bedeu­tet, dass Dar­le­hens­neh­mer im Fal­le der Feh­ler­haf­tig­keit der Wider­rufs­be­leh­rung nur inner­halb die­ses Zeit­raums nach Abschluss des Dar­le­hens­ver­tra­ges bzw. Aus­hän­di­gung der Dar­le­hens­ur­kun­de etwai­ge Ansprü­che gel­tend machen kön­nen.